Gesellschaftswissenschaften

 

Im in der Regel drei Schulstunden umfassenden Unterricht des Faches Gesellschaftswissenschaften in den Klassen 5 und 6 befassen sich die Schüler*innen mit vielfältigen Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens von Menschen in verschiedenen Räumen der Erde aus unterschiedlichen zeitlichen Perspektiven der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Auseinandersetzung mit ausgewählten Inhalten beschäftigen sich die Schüler*innen mit Phänomenen der Geografie, der Geschichte und der Politik. Dabei wird ein Verständnis der Zusammenhänge im Raum gefördert sowie ein Geschichts- und politisch-demokratisches Bewusstsein entwickelt. Insofern führt das Fach Gesellschaftswissenschaften in die Perspektiven der drei vernetzten Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung ein. Dabei erarbeiten sich die Schüler*innen erste grundlegende fachspezifische Zugangs-, Denk- und Arbeitsweisen, die in den höheren Klassen in den Einzelfächern vertieft werden. Das hier vermittelte Basiswissen ist eine wertvolle Grundlage zum Aufbau vernetzter Denk- und Kompetenzstrukturen.

Die Schüler*innen gehen Schritte zur Entfaltung ihrer persönlichen Identität und lernen Möglichkeiten zur reflektierten und verantwortlichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und in der Demokratie kennen. Sie gewinnen räumliche und historische Orientierung und entwickeln die Bereitschaft für ein verantwortungsvolles Verhalten. Als Antwort auf die gestiegene Komplexität der Realität bietet das integrative Fach Gesellschaftswissenschaften den Schüler*innen die Chance, ausgewählten Herausforderungen perspektivübergreifend im Spannungsfeld zwischen historisch geprägten sowie lokalen, regionalen und globalen Bedingungen kompetent zu begegnen. Die vernetzende Betrachtungsweise exemplarischer Frage- und Themenstellungen führt die SchülerInnen an ein mehrdimensionales Denken heran sowie zu der Erkenntnis, dass diese umfassende und differenzierte Denkart zur Lösung komplexer Probleme beiträgt.

Durch die entwicklungsangemessene Themenauswahl und eine an den Lernenden orientierte Aufbereitung lernen die Schüler*innen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kennen, um sich mit diesen anhand von ausgewählten Ausschnitten auseinanderzusetzen. Das beinhaltet z. B. Lernangebote zu gesellschaftlicher Pluralität und Ausgrenzungen, zur kulturellen und religiösen Vielfalt und dem Agieren verschiedener Interessengruppen, zum Zusammenwachsen Europas, zu Migrationsbewegungen und zur Globalisierung, zu Ressourcenkonflikten und zur nachhaltigen Entwicklung, zu Konfliktregelungen und -lösungen im persönlichen Umfeld sowie im weltweiten Bereich, zu Kinderrechten und deren Verletzung sowie zum Umgang mit digitalen Medien.

Das Fach legt die Grundlagen für das Verständnis der fächerübergreifenden Zusammenhänge gesellschaftlicher Themen, welches eine weiterhin zentrale Rolle auch nach der Trennung der einzelnen Fächer spielt. Somit ist das Fach eine ideale Vorbereitung auf das vernetzte Denken, welches die Schüler*innen zum selbstbewussten Handeln in unserer globalisierten Welt benötigen.