Der Fachbereich Geografie (alle 4 Lehrkräfte) fuhr zusammen mit beiden Grundkursen aus dem 11. Jahrgang, insgesamt also 40 Personen, am 1. Oktober nach Wolfsburg. Dazu muss man wissen, dass die Strecke ab sofort für 14 Monate wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten gesperrt ist, die Fahrt verlief dementsprechend also quasi in allerletzter Minute.
Die Hinfahrt klappte tatsächlich, wir waren nach einer Stunde in der ehemaligen "Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben", der von Peter Koller im Auftrag Adolf Hitlers geplanten Industriestadt. Dort konnten wir im Rahmen einer Stadtführung erfahren, dass es in der Anfangszeit im heutigen Stadtzentrum zahlreiche Barackenlager für Kriegsgefangene, die dort Zwangsarbeit leisten mussten, gab. Daneben wurden bis 1942 auch ca. 3.000 Steinhäuser für Deutsche gebaut - in eine Museumswohnung konnten wir einen Blick werfen und die damalige Inneneinrichtung in Augenschein nehmen.
Weiter ging's auf das Rathausdach in der Porschestraße, der heutigen zentralen Fußgängerzone der Stadt Wolfsburg. Von oben aus sieht die Stadt wirklich grün aus, aber auch die damals geplanten langen Sicht- bzw. Straßenachsen und natürlich das jenseits der Bahnstrecke und des Mittellandkanals liegende riesige Volkswagenwerk konnten von dort oben gut überblickt werden.
Nach einer Mittagspause im Stadtzentrum spazierten wir zum Besucherzentrum der Autostadt, um dort an einer Werkstour durch das VW-Werk teilzunehmen. Man fährt dabei in offenen Waggons, die von einem iD 3-Wagen gezogen wurden, in einer guten Stunde durch die Werkshallen, vorbei am überwiegend robotergesteuerten Karosseriewerk, der Lackiererei und der weiteren Montage, wo immerhin insgesamt noch 60.000 Arbeitskräfte in Wolfsburg tätig sind. In drei Fertigungsstrecken werden derzeit ca. 2.500 Fahrzeuge vom Typ Golf, Tiguan und Tayron auf drei Produktionsstrecken pro Tag fertiggestellt. Das ganze Erscheinungsbild des Werkes war sehr beeindruckend, auch wenn in den Nachrichten sehr viel Negatives über die Krisen bei VW berichtet wird - vom Dieselskandal, über die Kündigung mehrerer Tarifverträge und der chinesischen E-Auto-Konkurrenz.
Uns hat die Tagesexkursion auf alle Fälle sehr gefallen, auch wenn auf dem Rückweg die Deutsche Bahn natürlich noch einmal ihrem Image voll gerecht wurde.



