Krisenintervention

Konzept zur Bewältigung schulischer Krisen und Notfallsituationen

Nicht erst in den Zeiten der Corona-Pandemie wird uns vor Augen geführt, dass es sinnvoll und wichtig ist, für Krisen und Notfälle einen Leitfaden als Handlungshilfe zu haben. Krisen und Notfälle, welcher Art auch immer, können in der Schule jederzeit eintreten. Sie können den geregelten schulischen Alltag empfindlich beeinträchtigen, kurzfristige Änderungen von Abläufen und Routinen erfordern oder den Schulbetrieb sogar vorübergehend zum Erliegen bringen. Die Unvorhersehbarkeit und Kurzfristigkeit solcher Ereignisse einerseits stehen in einem Spannungsverhältnis zur Notwendigkeit schnellen, entschlossenen aber gleichzeitig auch durchdachten und strukturierten Reagierens und Handelns andererseits. Als mögliche Notfälle und Krisen, auf die sich Schulen vorbereiten müssen, halten die Notfallpläne des Berliner Senats Szenarien in drei Gefährdungsgraden fest.

Vor diesem Hintergrund haben sich Lehrkräfte und Mitarbeitende der Katholischen Theresienschule seit August 2020 auf den Weg gemacht, um die an der Schule bereits vorhandenen Pläne (Notfallordner des Senat für die Berliner Schulen: www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/gewalt-und-notfaelle/notfallordner.pdf) und auch seelsorgerische Konzepte der katholischen und evangelischen Kirche (www.notfallhandbuch-schule.de) um ein Konzept zur Bewältigung schulischer Krisen und Notfallsituationen an der Theresienschule zu ergänzen und damit die Basis für die Arbeit eines Kriseninterventionsteams zu schaffen. Grundsätzlich gilt es, Krisen und Notfälle durch Präventionsarbeit möglichst zu verhindern, für konkrete Notsituationen klare Kommunikationsstrukturen und Handlungsabläufe zur schnellen Hilfe bereitzuhalten und bei Bedarf auch in der Folgezeit von Krisenereignissen Angebote der (auch seelischen) Nachsorge und Unterstützung sicherzustellen.

Seit März 2022 gibt es ein Krisen-Interventions-Team, das sich zwei Mal im Jahr trifft und sich zusammensetzt aus Mitgliedern der Schulleitung, der Beratungs- und Vertrauenslehrkräfte, der Schulpastoral und Hausmeister und Sekretärinnen. Je nach Situation und Bedarf werden weitere Lehrkräfte wie z.B. Klassenleitung/ Fachleitung/ Tutor*in/Vertrauensausschuss der Lehrerinnen und Lehrer und Ansprechpartner für die einzelnen Krisenszenarien mit hinzugezogen.

Prävention schulischer Krisen

Zur Prävention schulischer Krisen gibt es im Erzbistum Berlin und an der Theresienschule mehrere Programme und Elemente:

So gibt es bspw. das Präventionsprogramm des Bistums Prävention von sexualisierter Gewalt für die Lehrkräfte und das schulinterne Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt (http://www.theresienschule.de/allgemeines/praevention). Mehrere Themenbausteine im Rahmen des schulinternen Kompetenztrainings befassen sich mit Präventionsarbeit (u.a. Soziale Kompetenzen: Regeln des Zusammenarbeitens, je nach Zusammensetzung z.B.: Klassenregeln, Reden und Zuhören, Konfliktlösungsstrategien; Suchtprophylaxe: Drogen (Nikotin, Alkohol), Sucht (auch: Spielsucht), Gruppendynamik, Ich-Stärke, social network) und das Modul Netpiloten, zum sicheren und sozialen Umgang mit den digitalen Medien (Datenschutz, Netiquette etc.)). Die Klassenleitungen leisten u.a. im Rahmen der Klassenleitungsstunden präventive Arbeit, z.B. durch die Erarbeitung von sozialen Regeln für die Klassengemeinschaft und die Schlichtung und Aufarbeitung von Konflikten unter Schülerinnen und Schülern. Und nicht zuletzt die Schulpastoral und der FB Religion leisten in Verbindung mit den regelmäßige Schul- bzw. Klassengottesdiensten wichtige präventive Arbeit (christliches Menschenbild, Umgang mit seelischen Krisensituationen etc.).

Mehrere Personen(gruppen) übernehmen für die Präventionsarbeit Verantwortung:

Neben Klassenleitungen und Tutorinnen und Tutoren sind mehrere von den Schülerinnen und Schülern gewählte Vertrauenslehrkräfte wichtige Gesprächspartner für persönliche Sorgen und Nöte jeder Art. Die qualifizierten Beratungslehrkräfte stehen mit ihrer Expertise ganz besonders als Ansprechpartner zur Verfügung, für eine Vielzahl von Problemlagen, und können bei Bedarf weitergehende Hilfsangebote und (ggf. auch externe) Ansprechpersonen vermitteln. Die Sekretärinnen und die Hausmeister unterstützen ganz praktisch die Präventionsarbeit durch die Wartung und Sicherung des Schulgebäudes, die Vernetzung relevanter Personengruppen und auch die Aufbewahrung verschiedener Hilfsmittel. Um sicherheitsrelevante bauliche Mängel rechtzeitig zu erkennen, finden regelmäßig Begehungen zur Arbeitssicherheit und zum Brandschutz statt.