Politische Bildung / Politikwissenschaft

Die Fächer Politische Bildung (Klasse 7 - 10) und Politikwissenschaft (Klasse 11 - 12) beschäftigen sich mit der aktuellen politischen und rechtlichen Gestaltung unseres Zusammenlebens. Zur Entwicklung eines Verständnisses unserer Welt und damit zur Vorbereitung unserer Schüler*innen auf ein selbstbestimmtes Leben in einer demokratischen Gesellschaft leisten diese Fächer einen grundlegenden Beitrag. Verschiedene Themen des neuen Rahmenplans sind zum Beispiel das Leben in der globalisierten Welt, Demokratie in Deutschland, das Leben in einem Rechtsstaat und die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland. In der Oberstufe geht es neben der Beschäftigung mit der heutigen Bundesrepublik Deutschland um Europa und internationale Entwicklungen im 21. Jahrhundert.

Aus Anlass der Diskussion um das Holocaustdenkmal erarbeiteten Schüler*innen in einer Kooperation der Fächer Politikwissenschaft und Kunst eigene Entwürfe für das Mahnmal, ein Projekt, das in den Medien seinerzeit vielfältige Beachtung fand. Zahlreiche Abende innerhalb des Forum Theresienschule wurden vom Fachbereich Politikwissenschaft gestaltet und bieten für unsere Schüler*innen Anknüpfungspunkte, sich mit Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, u.a. mit Prof. C.C. v. Weizsäcker, Dr. Wolfgang Schäuble, Anette Schavan, Reiner Eppelmann oder Wolfgang Thierse über aktuelle Fragen politischer Ethik auszutauschen, so zum Beispiel in einer Abendveranstaltung zur Fragestellung: Wie könnte eine verantwortungsvolle Flüchtlingspolitik in Berlin aussehen?

Besuche in Berliner Suppenküchen, bei der Bahnhofsmission oder in Flüchtlingsunterkünften vermitteln Empathie für benachteiligte sowie ausgegrenzte Gruppen und sollen eigenes Engagement forcieren und politische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Stadt Berlin ermöglicht durch Besuche von Bundestag, Bundesrat, Ministerien, Rathaus und Abgeordnetenhaus unseren Schüler*innen besondere Einblicke in das politische Leben Deutschlands. Gespräche mit Politikern und Diskussionen mit Entscheidungsträgern schärfen das eigene politische Urteil und die Argumentationsfähigkeit. Diese Gespräche finden sowohl außerhalb der Schule auf Exkursionen als auch innerhalb in Form von Expertenbefragungen und Podiumsdiskussionen statt.

Durch zahlreiche Kontakte der Elternschaft zu politischen Institutionen und Akteuren gewinnen die Schüler*innen wertvolle, teils seltene Einblicke in den politischen Alltag der deutschen Republik. Pluralistische Demokratien ermöglichen eine Vielfalt von Lebensformen, Orientierungen, Weltanschauungen, Meinungen und Interessen. Dazu gehören auch kulturelle, ethnische und religiöse Unterschiede. Diese Vielfalt anzuerkennen ist ein wesentliches Anliegen des Faches, ebenso das Ethos, gesellschaftliche und politische Konflikte kompromissorientiert und kooperativ zu lösen. Politische Mündigkeit zu fördern heißt, dass Politische Bildung den Lernenden Möglichkeiten aufzeigt, auf der Basis einer kritischen Urteilsfähigkeit an politischen und gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben. Das bedeutet auch, die Folgen politischer Entscheidungen für sich und andere aus verschiedenen Perspektiven abzuschätzen.

Um nach der Schulzeit selbstständig politisch partizipieren zu können, lernen die Schüler*innen, differenzierte Informationen aus den Medien zu beziehen sowie diese als Artikulationsmöglichkeit zu nutzen. Dabei bilden die Menschen- und Grundrechte den normativen Rahmen. Sie sind wesentlicher Teil der Werteerziehung und Menschenrechtsbildung in der Schule. Zentrales Ziel ist es, die Schüler*innen zur Loyalität der Demokratie gegenüber zu motivieren und sie zu ermutigen, für eine demokratische Kultur einzutreten. Das Fach Politikwissenschaft ist an unserer Schule in der Oberstufe sowohl als Grund- als auch als Leistungskurs wählbar.