Fachbereich Biologie

Die  Auswertung der TIMMS- und PISA-Studien haben gezeigt, dass in Deutschland der Unterricht in den Naturwissenschaften lange Zeit vernachlässigt worden ist. Die Empfehlungen zur Reform lauteten sinngemäß: Der naturwissenschaftliche Unterricht muss früher einsetzen, sollte fächerübergreifend beginnen, muss im Stundenumfang ausgebaut werden und muss kompetenzorientiert unterrichtet werden. Die Theresienschule hat diese Empfehlungen vielfältig realisiert durch die Abschaffung von Unterricht mit nur einer Wochenstunde, stattdessen werden die Fächer Biologie, Chemie und Physik bei uns mit je zwei Wochenstunden unterrichtet. Alle drei Fächer werden kontinuierlich in jedem Schuljahr bis zum Abitur angeboten. Im Nawi-Unterricht ab Klasse 5 wird die Klasse geteilt, um besser experimentieren zu können. Darüber hinaus finden an der Theresienschule Kompetenztrainingstage mit naturwissenschaftlicher Anwendungsorientierung statt. Jährlich wird das Präsentationsprojekt „Tag der Naturwissenschaften“ in Klasse 9 durchgeführt und in den 7. Klassen gibt es die „Suchtprophylaxe-Tage“. In der Oberstufe werden in allen drei Fächern Grund- und Leistungskurse angeboten.

Modifizierte Stundentafel der Theresienschule in den Naturwissenschaften

Theresienschule

Wochenstundenzahlen der Jahrgangsstufen

Naturwissenschaftliche Fächer

 

5

6

7

8

9

10

11 (1./2. Sem.)

12 (3./4. Sem.)

„Nawi“

2*

2

 

 

 

 

 

 

Biologie

 

 

2

2

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

Chemie

 

 

2

2

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

Physik

 

 

2

2

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

* eine Wochenstunde in Teilungsgruppen

Senatsschulen

Wochenstundenzahlen der Jahrgangsstufen

Naturwissenschaftliche Fächer

 

5

6

7

8

9

10

11 (1./2. Sem.)

12 (3./4. Sem.)

„Nawi“

4

4

 

 

 

 

 

 

Biologie

 

 

 

4*

 

 

4*

 

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

Chemie

 

 

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

Physik

 

 

2

2

GK 3 bzw. LK 5

GK 3 bzw. LK 5

* Schule entscheidet über die Verteilung der vier WoStdn. auf die drei naturwissenschaftlichen Fächer

Naturwissenschaften, Jahrgänge 5 und 6

Das Fach „Naturwissenschaften“ wurde ab 2004 mit vier Wochenstunden angeboten, aber ab 2007 wegen der im Vergleich zu älteren Schülern überproportionalen Belastung durch die Gesamtwochenstundenzahl auf Wunsch der Elternschaft, mit Zustimmung der Gesamtkonferenz und Genehmigung durch den Schulträger auf zwei Stunden reduziert. Insgesamt bleibt von Klasse 5 bis 10 eine Summe von 28 Wochenstunden erhalten. Schülerinnen und Schüler, die zur siebenten Klasse auf die Theresienschule überwechseln, können durch diese Umstrukturierung sogar in der Summe 32 Wochenstunden naturwissenschaftlichen Unterricht bis zum Ende der Sekundarstufe I erreichen.

Im Unterricht erprobt wurden bislang die folgenden Module bzw. Kleinprojekte: „Orangenprojekt“, „Masse, Volumen, Dichte“, „Tee-Projekt“, „Analyse weißer Pulver“, „Elektrizität und Strom“, „Wasser“, „Milch und Co.“, „Tiere im Haus und auf dem Bauernhof“, „Einheimische Wirbeltiere“, „Sonne, Wetter, Jahreszeiten“, „Unser Sonnensystem, Mond und Planeten“  und „Körper, Bewegung und Geschwindigkeit“.

Es hat sich gezeigt, dass diese Module inhaltlich, didaktisch und methodisch dazu geeignet sind, dass unsere Schülerinnen und Schüler die im Rahmenlehrplan* Naturwissenschaften formulierten Kompetenzen und Bildungsstandards erreichen und bestens auf die Anforderungen in der Sekundarstufe I des Gymnasiums vorbereitet werden.

Sekundarstufe I (Jahrgänge 7 - 10)

Skizze zur Stoffverteilung im Fach Naturwissenschaft

5. Klasse

Umgang mit Stoffen im Alltag (seit 2007 ohne das Wasser-Projekt; siehe Chemie)

Wirbeltiere (Vertreter d. Wirbeltierklassen, Haustiere, Tiere auf dem Bauernhof oder heimische Wildtiere; Verhalten von Tieren einbeziehen)

6. Klasse

Sonne – Wetter – Jahreszeiten  (inkl. Planetensystem und Mond)

Körper und Bewegung (Knochen, Muskel, Gelenk, Geschwindigkeit)

 

Skizze zur Stoffverteilung im Fach Biologie

7. Klasse

 Wirbellose (wahlweise Regenwurm, Mehlkäfer, Schnecken, Spinnen, Ameisen, Bienen) inkl. Verhalten, z. B. Kommunikation unter Bienen

Sexualkunde (inkl. Pubertät, psychosoziale Aspekte)

Suchtprävention als zweitägige Blockveranstaltung

Pflanzen (Zellen und Gewebe, Wachstum, Fortpflanzung, Blütenbau, Formenkenntnis, System, Blüten- und Sporenpflanzen an Beispielen)

8. Klasse

Lebensräume (inkl. Fotosynthese, Zellatmung, Stoff- und Energiefluss,

Nahrungsbeziehungen der Tiere, Ökosystembegriff, Eingriffe des Menschen)

Ernährung des Menschen (Nährstoffe, Energie, Verdauung, Enzyme)

Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Blutzuckerspiegelregulation

9. Klasse

Atmung (Lunge) und Blutkreislauf (Herz, Blutgefäße, Blut, Blutgruppen)

Abwehr von Infektionskrankheiten (Immunisierung, Impfung, Antigene, AIDS)

Sinneswahrnehmung (inkl. Nervensystem und Gehirn, Reflexe)

10. Klasse

Klassische Genetik, Cyto- und Humangenetik (inkl. Mitose, Meiose)

Ontogenie des Menschen (inkl. Geschlechtsorgane, Geschlechtskrankheiten, Menstruationszyklus, Empfängnis regulierende Methoden, Schwangerschaft und Geburt, Instinkthandlungen Neugeborener, Altern und Tod)

Evolutionsbiologie (Vergleich von Theorien, Evolution d. Menschen)

Sekundarstufe II (Jahrgänge 11 - 12)

Unterrichtet wird entsprechend dem gültigen Lehrplan für das Bundesland Berlin.

1. Semester
Physiologische Grundlagen ausgewählter Lebensprozesse

 

2. Semester
Ökologie und Nachhaltigkeit

 

3. Semester
Grundlagen und Anwendungsfelder der Genetik

 

4. Semester
 
Evolution und Zukunftsfragen

 

Die Themen der Grundkurse sind identisch mit denen der Leistungskurse. In Berlin gibt es seit dem Jahr 2013 im Fach Biologie das Zentralabitur.

Anforderungen im Kursunterricht Biologie

Im Unterricht müssen die SchülerInnen häufig in Gruppen- oder Partnerarbeit, teilweise auch arbeitsteilig, vorgegebene Materialien und Problemstellungen bearbeiten, mit ihren Daten aus Buchrecherche (im Unterricht möglich) und Internetrecherche (i. d. R. Hausaufgabe) verbinden und bis zur Präsentation vor dem Kurs aufbereiten. Darüber hinaus tauschen die Schüler schriftliche Zusammenfassungen aus, um gegenseitig die Grundlagen zur Klausurvorbereitung zu sichern. Das Herstellen und Erproben von Arbeitsblättern kann auch zu den gestellten Aufgaben gehören.

Im Verlauf der Kurse halten die TeilnehmerInnen frei gesprochene Kurzvorträge und erarbeiten zur Visualisierung Medien oder Demoexperimente nach eigener Wahl oder nach bestimmten Vorgaben der Lehrkraft. Ergebnisse, wie zum Beispiel die naturwissenschaftlichen Poster, werden im Haus der Naturwissenschaften im Erdgeschoss in der Postergalerie präsentiert und somit allen Interessierten zur Kenntnis gebracht. Die Anwendung des durch die Kompetenztrainings Gelernten wird geübt.

Neben der Teamarbeit wird jeder Kursteilnehmer auch immer wieder seine Kenntnisse und Fähigkeiten in Einzelarbeit mündlich und schriftlich unter Beweis stellen müssen. Auch bei Ergebnissen und Präsentationen von Gruppen, im Unterricht genau so wie in MSA- und Abiturprüfungen (5. Prüfungskomponente), muss der Anteil des Einzelnen differenziert erkennbar sein!

Mögliche Tests mit Repetitoriumsfragen zum Verständnis von Definitionen, Fachbegriffen und kausalen Zusammenhängen können im Semester zusätzlich vorkommen. Es werden im Grundkurs eine Klausur, im Leistungskurs zwei Klausuren geschrieben, der Anteil an der Semesternote beträgt ein bzw. zwei Drittel. Es sind immer materialgestützte, kontextbezogene, mehrteilige Aufgaben aus drei Anforderungsbereichen zu bearbeiten. Grundsätzlich gelten alle Regelungen, Bestimmungen und Vorgaben der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe, der Ausführungsvorschriften Prüfungen und der Kultusministerkonferenz über einheitliche Prüfungsanforderungen im Fach Biologie in ihrer jeweils letzten Fassung.

Der Besuch außerschulischer Lernorte ist explizit im Rahmenplan genannt. So haben die Leistungskurse Biologie z.B. an eintägigen Praktika im Gläsernen Labor (Berlin-Buch), im Genlabor der Beuth-Schule, im Freilandlabor und im Neurolab teilgenommen oder Exkursionen in Untersuchungsgebiete (Wald, Teiche) unternommen. Mit Kursschülern wurden u.a. Wander- und Jubiläumsausstellungen (Darwin, Humboldt, Einstein), Museen, Vorträge (Uni, Charité, Urania) der Zoo bzw. Tierpark, der Botanische Garten oder die Biosphäre Potsdam besucht. Vor Ort müssen von den Teilnehmern kursspezifische Arbeitsaufträge erledigt, z.B. Messungen durchgeführt, Daten, Proben, Material gesammelt und Fotos gemacht werden. Ausgewertet, aufbereitet und vorgestellt wird anschließend im Unterricht.

Ist im zweiten Semester eine Kursfahrt mit dem Leistungskurs Biologie vorgesehen, so kann diese als Studienreise vom Kurs geplant und durchgeführt werden (z.B. Untersuchung von Lebensräumen im Wattenmeer, Hochgebirge, Wald, Moor, Süß- oder Salzgewässer etc.).

Das Präsentationsprojekt „Tag der Naturwissenschaften“

Da die Naturwissenschaften, darunter betont das Fach Biologie, bevorzugt für die "MSA-Prüfung in besonderer Form" am Ende der 10. Klasse gewählt werden, hat dieses Projekt aller neunten Klassen mit seinen Beratungen durch die Fachlehrer, der Durchführung, den Präsentationen und dem Feedback wichtigen Übungscharakter. Das Projekt wird von den Schülerinnen und Schülern entsprechend ernst genommen, da neben der mündlichen Rückmeldung in Form der Nachberatung auch eine Benotung erfolgt, die in die Fachnote einfließt. Außerdem stellt die Präsentation vor Schülerinnen und Schülern der Parallelklassen eine zusätzliche Herausforderung dar.

Die Suchtprophylaxe-Tage

Seit zehn Jahren werden an der Theresienschule in Klasse 7 ganztägig zwei Suchtprophylaxe-Tage durchgeführt. Als Gäste berichten alljährlich Mitglieder vom Guttempler e.V. authetisch über ihre ganz persönlichen Suchterfahrungen mit dem Alkohol. 2012 wurde erstmals ein Modul zur Computerspiel- und Internetsucht eingebaut. Ein Fragebogen über Art und Umfang der Computernutzung bei Siebentklässlern wurde ausgearbeitet und erprobt. Für die Theresienschule ist Herr Menzel der zuständige Kontaktlehrer für Suchtprophylaxe, der jährlich an sechs Schulungen für die Kontaktlehrer im Bezirk Pankow teilnimmt und Schülerinnen und Schülern, Eltern und dem Kollegium als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Im Schuljahr 2011/2012 haben die vier siebenten Klassen der Theresienschule am bundesweiten Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen "Be smart - don`t start" erfolgreich teilgenommen.