Theater an der Theresienschule

Theater und Theresienschule - das ist wie Donner und Blitz, wie Wasser und Meer. Eine Theresienschule ohne Theater, das gab’s noch nie: Schon zu DDR - Zeiten wurde die Tradition geschaffen, dass die 11ten Klassen ein Theaterstück einübten, welches sie am Abend der Abiturfeier für die Abiturienten/Abiturientinnen und deren Eltern aufführten. Das hieß jedes Jahr gemeinsam ein Stück suchen, sich mit ihm auseinander setzen , Rollen verteilen und einüben, miteinander arbeiten und aufeinander achten, das Kribbeln im Bauch, wenn es heißt "Dein Auftritt!" - und man weiß genau, jetzt kommt’s darauf an.

Daran hat sich bis heute nichts geändert nur, dass es jetzt noch mehr SchülerInnen sind, die sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erproben. Das fängt bereits bei den Kleinen an. Da spielen unsere Jüngsten etwa "Das Nachtorchester" von Rudolph Nykrin, in dem Mäuse in ein Orchester schlüpfen und sich mit viel Getöse an den Instrumenten austoben. Andere wenden sich "klassischen" Themen zu und lassen sich vom "Rattenfänger von Hameln" einfangen oder schreiben selbst Fabeln in Bühnenstücke um, die sie Freunden und Eltern präsentieren.

Weiterhin wird die Tradition gepflegt, dass die 11ten Klassen ein Stück für die Abiturienten/Abiturientinnen aufführen. Dabei wird tief in die Kiste des europäischen Dramas gegriffen und neben den "Physikern" von Dürrenmat konnte man Anouilhs "Antigone" ebenso wie Shakespeares "Maß für Maß" auf unserer Bühne sehen.

Neu ist, dass es seit dem Schuljahr 2000/01 auch einen Grundkurs Darstellendes Spiel gibt, denn wie in vielen Bundesländern gibt es auch in Berlin das Angebot für die Oberstufe, anstelle von Kunst oder Musik das Fach Darstellendes Spiel zu belegen. Drei LehrerInnen haben bereits diese Ausbildung gemacht und wir hoffen, es kommen noch welche dazu.

Dabei geht es uns in der Theaterarbeit an der Theresienschule nicht darum, große Dramen mit vielen Kostümen und aufwendigen Kulissen aufzuführen. Es geht uns auch nicht darum, erfolgreiche Inszenierungen nachzuspielen.

Wir wollen uns Texte zu eigen machen, unsere Sicht eines Dramas herausarbeiten, um dieses dann mit allen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine Gruppe hat, auf die Bühne zu bringen. Das heißt nicht, dass nicht auch wir Perfektion anstreben, dass nicht auch bei uns Disziplin oberstes Gebot ist. Genauso aber sind Kreativität, Teamarbeit, Engagement und Experimentierfreudigkeit gefragt. Das geht nicht immer ohne Konflikte, aber es ist eine wichtige Erfahrung, diese auszuhalten und trotzdem weiterzumachen.

Und wenn dann der Abend der Premiere naht und das Kribbeln im Bauch bei allen Beteiligten immer stärker wird, wenn dann die erste Szene vorbei ist und in der Pause ein wildes Durcheinander im Vorbereitungsraum herrscht, wenn dann der Schlusssatz fällt, alle auf die Bühne steigen und der Applaus noch einmal zum Verbeugen aufruft- dann merken wir immer wieder, SchülerInnen und LehrerInnen, dass sich die ganze Arbeit, der ganze Stress und das Chaos gelohnt haben und sich wieder lohnen werden.